Demos

Hier aufgeführt sind unsere Demo Lieder. Hören sie sich durch.

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Die Parabel vom unüberwindbaren Hindernis (alle Rechte bei Austrian Charity Music)

Vor langer Zeit gab es ein Dorf, welches über keine eigene Trinkwasserversorgung verfügte. Also mußte Wasser von einem nahegelegenen See geholt werden. Dies gestaltete sich jedoch sehr zeitaufwendig und gefährlich, da der direkte Weg dorthin durch eine Höhle führte, die von einem kleinen Felsen versperrt war. Dieses Hindernis konnte mit den großen Wasserkrügen nicht passiert werden. Somit waren die Bewohner des Dorfes gezwungen, einen Umweg zu gehen, der einen mehrere Stunden langen Fußmarsch erforderlich machte und durch gefährliches Gebiet führte. Viele Dorfbewohner kehrten vom Wasserholen nicht mehr heim. Oftmals war daher versucht worden, den glitschigen Stein wegzurücken - vergeblich.

Eines Tages kehrte ein junger Mann in das Dorf zurück, der in der Stadt Technik studiert hatte. Dank seines neuen Wissens errechnete er kurzerhand das Gewicht des großen Steines sowie den benötigten Krafteinsatz zu dessen Versetzung. Mit seinen Unterlagen sprach er beim Ältestenrat vor und sagte: Gebt mir zwanzig kräftige Männer, wir bauen eine Hebevorrichtung und machen euch den Weg frei, zum Wohle des gesamten Dorfes. Anstatt der erhofften Zustimmung erntete der Techniker jedoch nur Unverständnis. Einer der Ältesten antwortete ihm: Was glaubst Du, wie lange wir das schon versucht haben, es ist aussichtslos, es geht nicht. Ein anderer meinte: Sollen sich die starken Männer in unserem Dorf vor ihren Frauen und Kindern nochmals zum Gespött der Leute machen? Ein Dritter fragte ihn voll Zorn: Sag einmal, hältst du uns alle für unfähig, was glaubst du, wer du bist?

Der junge Mann entgegnete freundlich: Auf mich soll es wirklich nicht ankommen, falls ihr es wünscht, halte ich mich gerne im Hintergrund. Aber wenn ihr die Männer aussucht, beachtet bitte: Sollten nur einige von den Helfern nicht mit aller Kraft mitarbeiten, weil sie ja schon vorher zu wissen glauben, daß jede Bemühung zwecklos ist, verlieren nur die anderen ihren Idealismus, denn für sie alleine ist der Stein mit Sicherheit zu schwer. Wählt auch niemanden aus, der zwar stark, aber euer Gegner ist, sonst könnte es sein, daß er heimlich gegen die anderen arbeitet, weil ihm ein Erfolg der neuerlichen Bemühungen gar nicht gelegen käme.

Schließlich meinte der Dorfälteste: Gut, wir wollen deinen Vorschlag sorgfältig prüfen, sobald wir Zeit dazu haben. Der Techniker seufzte und sagte: Wie ihr meint, aber wartet nicht zu lange, denn Menschenleben stehen auf dem Spiel. Und bedenkt: noch könnt ihr auswählen, wen ihr auf die gefährliche Reise schickt, um Wasser zu holen. Schon bald kommt vielleicht der Tag, da es eure eigenen Nachkommen sein werden, die ihr senden müßt. Überlegt euch also gut, welche Hindernisse schwerer zu entfernen sind, die auf unseren Wegen oder die in unseren Köpfen?

Stand: 18. Jänner 2010