Demos

Hier aufgeführt sind unsere Demo Lieder. Hören sie sich durch.

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Die Gehaltsgrenze

Wie eingangs ausgeführt, könnte es auf unserem Globus anders aussehen, würden die Reichen dieser Welt ihr Vermögen nicht bunkern, sondern ihren Überfluss den notleidenden Menschen auch bloß leihweise zur Verfügung stellen. Dann müßten nicht so viele Kinder zugrunde gehen. Austrian Charity Music möchte nicht bloß gute Vorschläge unter das Publikum bringen, sondern darüber hinaus selbst mit gutem Vorbild vorangehen. Dank der kostengünstigen Produktionsweise basierend auf Eigenleistungen liegt der "break even" des Projektes nahezu bei null Euro. Damit das Benefizmusiklabel aber über Jahrzehnte bestehen kann, müßten in diesem Zeitraum etwa 5 Millionen Tonträger abgesetzt werden können, was in etwa dem Erfolg eines deutschen Schlagerstars mittleren Bekanntheitsgrades entsprechen dürfte. Um auch für einen solchen Fall rechtlich und moralisch gerüstet zu sein, wurden Grundsätze entwickelt und in der Satzung des Benefizmusiklabels verankert, die anhand des folgenden Berechnungsbeispiels veranschaulicht werden sollen:

Bei fünf Millionen verschenkten CDs würden sich SOS - Kinderdorf, Rotes Kreuz und Caritas zumindest über jeweils 25 Millionen Euro freuen, also den gesamten Spendeneinnahmen von EUR 75.000.000,-. Im Künstlersozialfonds lägen von einer diesfalls ebenfalls glücklichen Wirtschaft beispielsweise erlegte 10 Millionen Euro (was in etwa dem Gegenwert von 400 ganzseitigen Werbeeinschaltungen in österreichischen Tageszeitungen entspricht), davon 75 % für gesetzliche Tantiemen, die nun rein rechnerisch und nach Köpfen den beteiligten Urhebern zugerechnet würden. Ergäbe sich für eine KünstlerIn somit ein theoretischer Tantiemenanspruch von EUR 150.000,-, so würde dieses Geld nicht einfach ausbezahlt, sondern höchstens EUR 2.500,- im Monat als Gehalt, und nota bene lediglich, falls keine anderen gegenverrechenbare Einkünfte vorhanden sind! Ein Weltstar, der mit Austrian Charity Music zusammenarbeiten würde, bekäme nur etwas von dem von ihm erwirtschafteten Tantiemen, wenn er selbst in finanzielle Not geraten würde, Künstlerinnen mit geringerem Einkommen erhalten grundsätzlich lediglich die Differenz zwischen diesem und der Gehaltsgrenze.

Der Höchstbetrag darf nur solange ausbezahlt werden, als die Voraussetzungen erfüllt sind, insbesonders noch ein Tantiemenguthaben besteht. Im obigen Fall stünden die Zahlungen circa 5 Jahre lang zu. Da fast ausschließlich alle MusikerInnen berufstätig sind, sollten die NPOs allein mit den verwalteten Rücklagen des Fonds schon die Möglichkeit haben, einige Hilfsprojekte vorzuziehen. Bei geplanter Veröffentlichung von zumindest ein bis zwei CD - Produktionen jährlich könnte auch leicht der Fall eintreten, daß vielbeschäftigte KünstlerInnen des "Benefizlabels" mehr an Tantiemenansprüchen einspielen, als jemals ausbezahlt werden dürften. Diese Gelder verbleiben ebenfalls und endgültig den wohltätigen Organisationen.

Blickt man auf das internationale Musikgeschäft, was naheliegt, wenn man etwa zur Hälfte englischsprachige Songs im Repertoire hat, sind freilich Erfolge in ganz anderen Dimensionen zumindest nicht ausgeschlossen. Zum Vergleich: Ein österreichischer Erfolgsproduzent hat nach eigenen Angaben an der Produktion von 1,5 Milliarden Tonträgern mitgewirkt. Die Zeiten für CD - Verkäufe mögen schon besser gewesen sein, demgegenüber stellen aber der Benefizfaktor, der Versicherungsgedanke für die Konsumenten und die möglichen Kooperationen mit den besten Profis der Musikindustrie sicherlich weit gewichtigere Faktoren dar. Außerdem eignen sich die CDs des Benefizmusiklabels, anders als Downloadmusik, hervorragend als Geschenk von und für liebe Menschen. Und welches andere Produkt bietet einen solchen Mehrfachnutzen?

Von der Grundidee her hätten begünstigte NPOs dank Initiativen wie Austrian Charity Music vielleicht ein finanzielles Potential in der Größenordnung ganzer Staatsbudgets, die jedoch nicht für Rüstungsausgaben, sondern zur globalen Existenzsicherung zu Verfügung stünden. Im Falle eines internationalen Erfolges könnten die beteiligten KünstlerInnen schon nach einigen Jahren ausschließlich für den guten Zweck arbeiten, weil ein Ansparen weiterer Tantiemen sinnlos wäre, da diese aufgrund der Gehaltsgrenze nie mehr zur Auszahlung gelangen könnten.

Man kann es auch auf folgende Formel bringen: Ein Mißerfolg gehört den mitwirkenden KünstlerInnen, ein Achtungserfolg vor allem den wohltätigen Organisationen, ein Welterfolg hingegen der gesamten Menschheit. So könnte das karitatives Wirtschaftskonzept der Zukunft aussehen.

Now here we are, the new generation,
what is the plan, our acute obligation?
Shall we still accept post-war-evolution
or better work out a worldwide social solution?

Übersetzung:

Hier stehen wir nun, eine neue Generation.
Wie sehen unsere Pläne aus, wie unsere dringendsten Aufgaben?
Müssen wir uns immer noch mit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg beschäftigen
oder können wir schön langsam dazu übergehen, eine weltweite soziale Lösung auszuarbeiten?

Text aus: Shouldn't we be fair - Austrian Charity Music

Stand: 5. März 2010